ACTA Segen oder Fluch?

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Freiheit bedeutet zwar auch Verantwortung für das was wir sagen. Wir sollten niemanden beleidigen, nicht die Erkenntnisse Anderer als unsere eigenen ausgeben, auch nicht das Schaffen Anderer als das eigene Schaffen darbieten. Zwar ist die Form der Nachahmung eine sehr hohe Form der Wertschätzung und Bewunderung, nur sollte eine Nachahmung immer als solche mit Quelle gekennzeichnet werden. Wer diese Regeln achtet, braucht keine weiteren Regeln. Wenn ich Geld mit dem Nachahmen z.B. eines Liedes, das ich nachgesungen habe, mache, ist es nur recht und billig, wenn der Urheber hieran anteilmäßig beteiligt wird. Ich möchte hier und jetzt nicht weiter über das Wie mich äußern. Es würde nur von dem wegführen, das mich mehr als beunruhigt.

Das Internet macht es leicht, an Informationen heran zu kommen. Schnell ist etwas kopiert und in den eigenen Text eingefügt, - und ebenso schnell ist vergessen, die Quelle zu benennen. Den Streitfall, bei dem zwei oder mehr Individuen zeitgleich die selben Erkenntnisse gewonnen und veröffentlicht haben, möchte ich für einen Moment ausblenden.

Es macht viele Leute wütend, wenn sie ihre schwer erarbeiteten Ergebnisse plötzlich als die eines Anderen vorgesetzt bekommen. Sie gehen dann mit Recht dagegen vor.

Nun soll aber präventiv verhindert werden, das irgend wer irgend etwas kopieren können soll. Das soll dadurch geschehen, dass diejenigen, die die Plattform anbieten, für solche Vergehen, haftbar gemacht werden sollen. Um es mal mit einem vergleichenden Beispiel zu verdeutlichen: Sie vermieten einen Raum an eine Person. Diese Person fertigt hier drin Skulpturen, die Skulpturen eines bekannten Künstlers sehr ähnlich sehen und mit diesen leicht verwechselt werden können. Dies geschieht auch und der Mensch, der ihren Raum gemietet hat wird der Fälscherei beschuldigt. Nun geht man aber auch gegen Sie vor, da sie ja den Raum dafür zur Verfügung gestellt haben.

Was sollen sie also tun? Sie sollen ihren Mieter bespitzeln, und dokumentieren, was er macht. Übrigens ist es egal, ob er nun Skulpturen fertigt die zu keinem Zeitpunkt mit denen anderer Künstler verwechselt werden, oder ob er nur die Skulpturen anderer nachahmt. Das bedeutet: Wir gründen einen Überwachungsstaat.

So ist das von niemandem akzeptiert, soll aber übertragen auf das Internet stattfinden. Somit wären Postgeheimnis, Privatsphäre, freie Meinungsäußerung endgültig Geschichte. Das darf in dieser Form niemals geschehen!

Urheberrecht Ja. Maulkorb Nein.

Zitieren Ja. Fälschen Nein.

Nachahmen ja, aber immer mit Quellenangabe und möglichst mit Klärung der Vergütung.

Für Leute die versuchen sich mit dem Wissen und Schaffen Anderer zu bereichern, habe ich kein Verständnis. Noch weniger Verständnis aber habe ich für das grundsätzliche Vorraussetzen, dass jeder ein potentieller Straftäter ist. Was ist aus: „Unschuldig, bis die Schuld bewiesen ist“ geworden? Fällt das, wird auch „Im Zweifel, für den Angeklagten.“ fallen! Wir wären dann in einer neuen und modernen Form der „Hexenverfolgung“ und würden eine neue Inquisition schaffen. Das darf nie geschen. Darum appelliere ich: „Freiheit für das Internet!“ und an alle Nutzer appelliere ich: „Geht fair miteinander um, übt Respekt, und geht mit dem Eigentum anderer um wie in der Realität. Da geht ihr ja auch nicht auf Raubzüge.“

Abschließend möchte ich noch eins anmerken: Geschäftemacherei und Ausbeuterei nehmen nicht nur in der Realität sondern auch im Internet Formen an, die einen ängstigen. Das sind Punkte die man mal angehen sollte, dann erübrigt sich der Rest von alleine!