Zeit

Bewertung:  / 8
SchwachSuper 

Ueber das Wesen der Zeit sind ja schon ganze Bücher geschrieben worden
( Einstein,  Kant u.a....).

Ich glaube, Zeit läßt sich objektiv nicht definieren, geschweige denn empfinden, weil ich gleichzeitig Beobachter und Teilnehmer am Geschehen bin.
Ich kann Zeit nur subjektiv empfinden, und so vergeht sie für mich persönlich immer nur so, wie ich es aus der momentanen Situation heraus erwarte, soll heissen:
Fühle ich mich im Stress ( der ja immer selbst verursacht ist, weil ich zu viel auf einmal will ), vergeht die Zeit - subjektiv - zu schnell,
bin ich ausgeglichen und locker, habe ich alle Zeit der Welt und wundere mich, was ich alles schaffe.


Dabei hilft auch ein Gedanke, dem ich mehr und mehr zu folgen versuche:
Just do it !
Wenn mir auffällt, daß das Waschbecken schmutzig ist denke ich nicht mehr: Das muß ich demnächst mal reinigen sondern tue es !
Denn wenn ich eine Reihe solcher Kleinigkeiten vor mir herschiebe, baue ich Stress auf ( ich will noch dieses und jenes - nicht vergessen - vormerken..). Lauter -für sich gesehen Lächerlichkeiten- können mich, wenn aufgeschoben, ungeduldig machen für die eine Sache, die ich gerade tun will.
Und das ist der zweite Punkt:
Tue das, was Du gerade machst, ganz !
Was es auch sei, wichtig oder unwichtig, sei ganz dabei !
Konzentriere Dich nur darauf, und es wird schnell und zu Deiner Zufriedenheit erledigt sein.
Daneben hast Du durchaus die Freiheit, bewusst auch verschiedene Dinge zu tun:
Z.B. können Deine Hände durchaus alleine abwaschen, während Deine Gedanken sich mit Anderem beschäftigen, vorausgesetzt, Du hast Dich bewußt zu dieser "Teilung" entschlossen. Tust Du es unbewußt, werden Deine Gedanken die Überhand gewinnen, Du wirst ganz in Deiner Gedankenwelt sein und erst wieder aufwachen, wenn die Tasse zerbrochen ist !

Manche sagen, Zeit ist Bewegung und was sich nicht bewegt, ist tot.
Sind Steine tot ?
Aus unserer beschränkten Wahrnehmung heraus ( eine Libelle schlägt ihre Flügel so schnell, dass wir den einzelnen Flügelschlag nicht sehen) müßten wir eine in der Luft stehende Libelle fuer tot erklären, und von einem Stein denken wir, er sei tot ohne zu wissen, ob er sich nur für unsere Wahrnehmung zu langsam bewegt oder ob überhaupt. Und doch verändern sich ganze Gebirge, wenn auch über Jahrmillionen !
Also ist unser Begriff von Zeit extrem subjektiv.
Wenn Du fünf Minuten auf jemanden warten mußt, obwohl Du sofort los willst, ist das eine Ewigkeit, wartest Du aber in der selben Situation mit positiven Gedanken ( wir werden es schaffen !), sind fünf Minuten ein Witz !
Das (subjektive) Vergehen der Zeit ist also allein abhängig von meiner momentanen Einstellung, von meinem Empfinden, von meinem Kopf.
Und weil ich "MEINE (!) Zeit " planen kann, liegt es an mir, sie optimal zu nutzen.
( Jemand hat mal gesagt: Einstein, Goethe u.a. hatten genau so viel Zeit wie jeder Andere, und was haben die alles geschafft ! )

Nein, umfassend das Wesen der Zeit erklären kann ich nicht.
Ihr subjektives Empfinden aber kann ich bis zu einem gewissen Grad beherrschen.
Wenn ich mich selber und das, was ich gerade will nicht zu ernst nehme und mir vergegenwärtige, daß ich das momentan absolut Vorrangige später viel gelassener betrachten werde, kann ich mich von den mir selbst auferlegten Zwängen in vielen Fällen mit einer Prise selbstkritischem Humor lösen.

Vielleicht ist es das, was wir über das Wesen der Zeit lernen könnten:
Zeitlos ( wenigstens in der FREIZEIT (! = frei von Zeit)) zu leben !
( In der Freizeit und im Urlaub trage ich keine Uhr ! )

Sicher läßt sich einwenden, im täglichen Leben muss ich mich nach der Uhr richten - natürlich - es gilt, Termine einzuhalten.
Termine aber mache ich selber, verabrede mich zu bestimmten Zeitpunkten, tue dies also freiwillig, die Zeit zwingt mich nicht.
Weil ich zuverlässig sein möchte, halte ich Termine ein, nicht, weil die Zeit mich zwingt.
Ganz richtig: Als Gott die Zeit erschuf, hat er genug davon gemacht.
Nur: Die Frage der richtigen Einteilung bereitet uns manchmal Schwierigkeiten, aber das ist erlernbar !

Also wieder: ( Wie schon zu anderen Punkten)    ALLES SPIELT SICH IM KOPF AB !!

Einen schönen Satz hat auch mal James Hilton ( in seinem Buch: Der verlorene Horizont, FischerTB, S. 134) gesagt:
Zeit ist ..."...diese seltene und wunderschöne Gabe, die die Menschen desto unwiederbringlicher verlieren, je mehr sie hinter ihr her sind." 

Und hier noch etwas zum denken:

Warum gibt es überhaupt Zeit ?

Damit nicht Alles auf einmal passiert !